Idyll

 

Leben ist Arbeit und Müdigkeit von den Schlägen die man dabei einstecken muß. Denn der bessere Mensch ist der Mensch der sich mehr erlauben kann. Also nur nichts zurückgeben, sonst wird man ausgegrenzt und weggesperrt. Schon Milliarden von Menschen mit zu wenig Wasser, ohne Erde, immer in der Luft hängend und morgen schon von allen vergessen, warten vergebens auf ein Idyll. Denn das >Idyll< gibt es nicht mehr. Ich habe es im Fremdwörterbuch nachgelesen. Es heißt dort „friedliches und einfaches Leben“. Früher haben es noch einige geschafft, so wie Sokrates, Konfuzius und Gaudamer. Sie sind zum Idyll erstarrt. Verflucht dazu ewig wiederzukehren wenn man sie braucht. Heute schafft es keiner mehr, da kann man machen was man will, zum Beispiel. einen Giftbecher ex austrinken und dabei bei offenem Fenster jodeln. Oder sich anzünden und dabei aus einen Flugzeug springen und die amerikanische Hymne singen oder sich in einem künstlich angelegten Teich in die Luft sprengen und dabei unschuldige Goldfische mit in den Tod nehmen oder den Papst in den Arsch treten und dann zum katholischen christlichen Glauben übertreten. Alles das ist alltäglich geworden. Wenn du es überlebst, wirst du entweder niedergespritzt bis dir die Scheiße aus den Ohren herauskommt oder aus Notwehr totgeprügelt und Morgen bist du vergessen. Was bleibt ist Arbeit. Die Hoffnung für Milliarden von Menschen um den Tod weiter hinausschieben zu können. Denn Arbeit heißt Schläge einstecken bis sie dich fertig gemacht haben. Dann bist du selber schuld und kannst verrecken. Warum kann man mit dem Proleten nicht über Kunst sprechen. Also „Idyll“ heißt „friedliches und einfaches Leben“ das ist ja nichts Besonderes. Also bleibe friedlich und einfach sonst...

 

 

 

Jeder Autor muss die Sprache seiner Gesellschaft übernehmen oder er kann nicht sprechen.

Ausstellung, Lesung und Buchpräsentation

 

Projektraum MAG3, Schiffamtsgasse 17, 1020 Wien

 

Eröffnung: 19.01.2018, 19:30 Uhr, Dauer: 20.01. - 13.02.2018

Neues Buch von Werner Lang

"STRAMM"

eine Repetitive Erzählung, Wiederholende Beispielmonotone 

oder repetitive Arbeitserzählung.


… die Arbeit macht nichts … Arbeiter machen … E.A. Rauter


Literatur der Arbeitswelt Text: Werner Lang, Fotos: Gue Schmidt

Da liegt er nun

in der Intensivstation

mit seinen wichtigsten Dokumenten

neben sich

darin liest er seinen Namen

Werksarbeiter

und er weiß

wenn er jetzt seine Augen schließt

ist alles weg für ihn

ausgelöscht für immer

und so stirbt er

wie er gelebt hat

allein

mit seiner ersten und zugleich letzten Erkenntnis:

das "wir" ist die größte Lüge der Menschheit

dann macht er seine Augen zu

und sagt zum ersten mal:

Ich