Ich als Sohn

 

eines Werksarbeiters

 

Geboren

 

und angepasst

 

fürs Werk

 

 

 

vom Werk

 

eingesaugt

 

aufgebraucht

 

und freigesetzt

 

zum Sterben

 

 

 

so wie jeder hier

 

vor den Toren

 

des großen Werkes

 

Aufgewachsene

 

 

 

als Jugendlicher

 

getrennt vom Elternhaus

 

verlorengegangen

 

in den Produktionsmühlen

 

der Zeit

 

und ausgespuckt

 

vor der Ablaufzeit

 

des Lebens

 

stehe ich nun da

 

vor geschlossenen Türen

 

meines Geburtshauses

 

 

 

Zurückkehren

 

und

 

gemeinsam auf den Tod warten

 

war mein Begehr

 

aber keiner ist mehr da

 

von euch

 

 

 

seht doch her

 

ihr habt mich wieder

 

 

 

wenn auch

 

vorzeitig ausrangiert

 

 

 

aber doch

 

nachträglich

 

an den Rändern

 

schöngemacht

 

und zurückgekehrt

 

zu euch

 

 

 

so nehmt mich doch an

 

Vater, Mutter, Bruder

 

 

 

warum ist denn keiner mehr da

 

 

 

Jeder Autor muss die Sprache seiner Gesellschaft übernehmen oder er kann nicht sprechen.

Ausstellung, Lesung und Buchpräsentation

 

Projektraum MAG3, Schiffamtsgasse 17, 1020 Wien

 

Eröffnung: 19.01.2018, 19:30 Uhr, Dauer: 20.01. - 13.02.2018

Neues Buch von Werner Lang

"STRAMM"

eine Repetitive Erzählung, Wiederholende Beispielmonotone 

oder repetitive Arbeitserzählung.


… die Arbeit macht nichts … Arbeiter machen … E.A. Rauter


Literatur der Arbeitswelt Text: Werner Lang, Fotos: Gue Schmidt

Da liegt er nun

in der Intensivstation

mit seinen wichtigsten Dokumenten

neben sich

darin liest er seinen Namen

Werksarbeiter

und er weiß

wenn er jetzt seine Augen schließt

ist alles weg für ihn

ausgelöscht für immer

und so stirbt er

wie er gelebt hat

allein

mit seiner ersten und zugleich letzten Erkenntnis:

das "wir" ist die größte Lüge der Menschheit

dann macht er seine Augen zu

und sagt zum ersten mal:

Ich