Was soll ich um mein Leben rechten?
Ich hab' gewagt
,
hab' nicht gefragt,
ob's gut ist
,
wenn man alles wagt,
und ob die Taten Zinsen brächten!

 

Bequemer wäre es gewesen,

 

den Kopf zu senken, klug zu lächeln,
die Knie verrenken,
Demut fächeln
und kein verbotenes Buch zu lesen.

 

Die Möglichkeit stand häufig offen,
sich wirklich gut und weich zu betten
,
den eigenen schönen Kopf zu retten
und auf Beförderung zu hoffen.

 

Ich bin den anderen Weg gegangen.
Verzeiht
- es tut mir gar nicht leid
,
obwohl es elend steht zur Zeit
.
Wird keiner um sein Leben bangen,

 

der weiß, wozu er es verwendet,
bedachte, was sein Glaube wiegt.
Er hat am Ende doch gesiegt
,

 

und wenn er auf der Richtstatt endet!

 

Die Jahre vorher und die Tage-
nicht ihre Zahl, nur ihr Gehalt -
läßt trotzen jeglicher Gewalt
,

 

gewährt uns Kraft in schwerster Lage!

 

Es leben manche hundert Jahre,

 

das heißt, sie schlängeln sich dahin.
Gegönnt sei ihnen ihr Gewinn

 

und eine schöne Totenbahre.

 

Ich habe heute viel verloren,

 

wer weiß, verliere noch den Kopf.

 

Doch tauscht' ich nicht mit solchem Tropf,
und würd' ich noch einmal geboren!

 

Ich ahnte, wie die Feinde seien,
erhoffte nie ein leichtes Spiel
.
Doch was ich will, ist viel zu viel!

 

Was soll ich um mein Leben schreien?

 

Richard Zach

 

"Wir wissen wofür"

Sprechstück von Dieter Braeg

Leben und Werk des österreichischen Widerstandskämpfer

Jeder Autor muss die Sprache seiner Gesellschaft übernehmen oder er kann nicht sprechen.

Ausstellung, Lesung und Buchpräsentation

 

Projektraum MAG3, Schiffamtsgasse 17, 1020 Wien

 

Eröffnung: 19.01.2018, 19:30 Uhr, Dauer: 20.01. - 13.02.2018

Neues Buch von Werner Lang

"STRAMM"

eine Repetitive Erzählung, Wiederholende Beispielmonotone 

oder repetitive Arbeitserzählung.


… die Arbeit macht nichts … Arbeiter machen … E.A. Rauter


Literatur der Arbeitswelt Text: Werner Lang, Fotos: Gue Schmidt

Da liegt er nun

in der Intensivstation

mit seinen wichtigsten Dokumenten

neben sich

darin liest er seinen Namen

Werksarbeiter

und er weiß

wenn er jetzt seine Augen schließt

ist alles weg für ihn

ausgelöscht für immer

und so stirbt er

wie er gelebt hat

allein

mit seiner ersten und zugleich letzten Erkenntnis:

das "wir" ist die größte Lüge der Menschheit

dann macht er seine Augen zu

und sagt zum ersten mal:

Ich