Aus der Erzählung "Stramm"

Stoßeinrichtung

 

Die Stoßeinrichtung muss noch aufgearbeitet werden. Schon Morgen in der Früh sollen die Puffer wieder montiert und der Waggon für den Schienenverkehr bereitgestellt werden, war die Begründung. Aber das Zusammenbauen der Achsenräder wird eigentlich aus dem Grund verschoben, weil zurzeit kein zweiter Kollege dafür freizubekommen ist. Die Puffer können notfalls auch von Stramm alleine aufgearbeitet werden. Dazu werden sie händisch drehend unter eine Pneumatikpresse gebracht, um den Druck der zusammengestauchten Gummiringe zu lösen. Die Puffer zusammengestaucht, die Schrauben der Pufferplatten entfernt, die Puffer aus der Presse gedreht, die Pufferhülsen mit den Händen abgehoben, das Innere der Puffer mit einem Schürhaken herausgeholt, die noch zu verwendenden Teile auf die Seite gestellt, die kaputten Teile davon durch neue aus dem Materiallager ersetzt, die kaputten in den Sondermüll geworfen, die noch nicht zu stark verbogenen Blechteile mit dem „Schweren Handhammer“ ausgeklopft, die Pufferhülsen und Puffer einzeln auf einen selbst gemachten Kippwagen gekippt, in die Waschanlage gezogen, mit einem Kärcher von Schmutz und Fett befreit, die Pufferplaten vermessen, ob sie noch der Sicherheitsnorm entsprechen, ausgeschlagene Keilnuten aufgeschweißt und nachgeschliffen, verbogene Pufferplatten angewärmt und mit einem Vorschlaghammer ausgerichtet, nochmals in die Waschanlage gebracht, um die Schleifspäne abzuwaschen, und nach gründlicher Reinigung der restlichen Teile der zerlegte Puffer wieder zusammengestellt. Das heißt Ringe in den Pufferstößel legen. Zwischen jeden Gummiring kommt ein Blechring. Insgesamt achtzehn Gummiringe und siebzehn Blechringe. Aber nur bei MU, Fiat und T zwei S. Abschließend für das Innere des Puffers ein Plastikteil darauf, das Störglied nicht vergessen, das Pufferrohr außen mit altem Fett anstreichen, die Pufferhülse draufstülpen, den zusammengestellten Puffer unter die Pneumatikpresse, Pufferplatte drauf, der Inhalt des Puffers zusammengestaucht und die Pufferplatte an den Puffer angeschraubt. Das Gleiche beim nächsten Puffer.

 

Einsicht

Jeder Autor muss die Sprache seiner Gesellschaft übernehmen oder er kann nicht sprechen.

Ein Lesebuch österreichische Arbeiterliteratur ist erschienen, mit Texten von Walter Buchebner, Alfred Hirschenberger, Erich Zwirner, Werner Lang, Michael Scharang u.s.w.